Wissen
& Verstehen
Strommarkt verstehen. Zusammenhänge erkennen.
Im Wisergy Wissensbereich erklären wir zentrale Begriffe, Zusammenhänge und Einflussfaktoren rund um Strompreise, Energiemärkte und Prognosen. Von grundlegenden Marktmechanismen bis zu Wetter, erneuerbaren Energien und Preisentwicklungen – verständlich aufbereitet und bei Bedarf fachlich vertieft.
Grundlagen -
Strommarkt einfach erklärt.
Der Strommarkt ist komplex und wird von vielen Faktoren gleichzeitig beeinflusst.
Wer Preisentwicklungen, Marktbewegungen und Prognosen besser einordnen möchte, braucht ein solides Verständnis der grundlegenden Zusammenhänge. Deshalb erklären wir hier die wichtigsten Mechanismen und Begriffe verständlich und kompakt – als Basis für die weiterführenden Wissensinhalte von Wisergy.
Wie entsteht der Strompreis?
Der Strompreis entsteht durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage am Strommarkt. Stromerzeuger bieten ihre verfügbaren Mengen zu unterschiedlichen Preisen an, während die Nachfrage je nach Tageszeit und Verbrauch schwankt. Am Großhandelsmarkt werden Angebot und Nachfrage zusammengeführt. Welche Erzeugungsanlage zuletzt benötigt wird, um die Nachfrage zu decken, hat dabei entscheidenden Einfluss auf den entstehenden Marktpreis.
Warum können Strompreise negativ werden?
Negative Strompreise können entstehen, wenn zeitweise mehr Strom angeboten als nachgefragt wird. Das kann beispielsweise bei hoher Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen und gleichzeitig niedriger Nachfrage auftreten. Wenn Erzeugungsanlagen ihre Produktion nicht kurzfristig reduzieren können oder wirtschaftliche Anreize zur weiteren Einspeisung bestehen, kann der Marktpreis unter null fallen.
Was ist der Intraday-Markt?
Der Intraday-Markt ermöglicht den kurzfristigen Handel mit Strom nach Abschluss des Day-Ahead-Handels. Marktteilnehmer können ihre Positionen näher am tatsächlichen Lieferzeitpunkt anpassen. Das ist beispielsweise wichtig, wenn sich Wetterprognosen, Stromerzeugung oder Verbrauch kurzfristig verändern. Der Intraday-Handel hilft damit, Abweichungen zwischen ursprünglich geplanter und tatsächlich erwarteter Strommenge auszugleichen.
Welche Faktoren beeinflussen den Strompreis?
Strompreise werden von vielen Faktoren gleichzeitig beeinflusst. Dazu zählen insbesondere Stromerzeugung und Verbrauch, Wetterbedingungen, die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie Kraftwerkskapazitäten. Auch Importe und Exporte, Feiertage und Entwicklungen in benachbarten Strommärkten können eine wichtige Rolle spielen. Je nachdem, wie sich diese Einflussgrößen verändern, können Strompreise deutlich schwanken.
Was bedeutet das Merit-Order-Prinzip?
Das Merit-Order-Prinzip beschreibt die Reihenfolge, in der Stromerzeugungsanlagen entsprechend ihrer kurzfristigen Erzeugungskosten zur Deckung der Nachfrage eingesetzt werden. Zunächst kommen Anlagen mit niedrigeren Kosten zum Zug, anschließend teurere Erzeugungsformen. Die zur Deckung der Nachfrage zuletzt benötigte Erzeugung beeinflusst maßgeblich den entstehenden Marktpreis. Dadurch wirken sich Veränderungen im Erzeugungsmix auf die Strompreise aus.
Was ist der Day-Ahead-Markt?
Auf dem Day-Ahead-Markt wird Strom für die Lieferzeiträume des folgenden Tages gehandelt. Stromerzeuger und Marktteilnehmer geben dafür ihre Angebote und Gebote ab. Aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage entstehen die jeweiligen Marktpreise. Der Day-Ahead-Markt bildet damit eine wichtige Grundlage für die kurzfristige Planung von Stromerzeugung, Verbrauch und Vermarktung.
Warum beeinflussen Nachbarländer den deutschen Strompreis?
Der deutsche Strommarkt ist eng mit den Strommärkten der Nachbarländer verbunden. Über grenzüberschreitende Leitungen wird Strom importiert und exportiert, wodurch sich Angebot und Nachfrage zwischen den Märkten gegenseitig beeinflussen. Hoher Verbrauch, geringe Erzeugung oder starke erneuerbare Einspeisung in einem Nachbarland können deshalb auch Auswirkungen auf die Preisbildung in Deutschland haben.
Wie beeinflusst das Wetter den Strompreis?
Das Wetter beeinflusst sowohl die Stromerzeugung als auch den Stromverbrauch. Wind und Sonneneinstrahlung bestimmen beispielsweise die Einspeisung von Wind- und Solaranlagen, während Temperaturen das Verbrauchsverhalten verändern können. Dadurch können Wetteränderungen Angebot und Nachfrage gleichzeitig beeinflussen. Wetterdaten und Wetterprognosen sind deshalb wichtige Faktoren für die Analyse und Prognose zukünftiger Strompreise.
Wissensartikel
Wissen vertiefen. Zusammenhänge einordnen.
Nicht jedes Thema des Strommarkts lässt sich in wenigen Sätzen erklären. Mit unseren Wissensartikeln möchten wir komplexere Zusammenhänge, Daten und Methoden ausführlicher und nachvollziehbar darstellen. Sie ergänzen die kompakten Grundlagen und schaffen Raum für eine fachliche Vertiefung: immer mit Bezug zu den Themen, die für Strompreise und Prognosen relevant sind.

Wie Wisergy Strompreisprognosen entwickelt.
Strompreise entstehen aus dem Zusammenspiel zahlreicher Einflussfaktoren – von Wetter, Erzeugung und Verbrauch bis zu den Wechselwirkungen mit benachbarten Strommärkten. Der Wisergy Produktprospekt zeigt, welche Daten in die Prognose einfließen, wie das Modell aufgebaut ist und wie die Qualität der Vorhersagen beurteilt wird.
Glossar
Strommarkt von A bis Z
Der Strommarkt ist geprägt von Fachbegriffen, Marktmechanismen und technischen Kennzahlen. Im Wisergy Glossar erklären wir zentrale Begriffe rund um Strompreise, Energiehandel, erneuerbare Energien und Prognosen kurz und verständlich.
So lassen sich Zusammenhänge schneller einordnen und weiterführende Inhalte leichter verstehen.

A
B
D
Day-Ahead-Markt
Dunkelflaute
Direktvermarktung
E
Einspeisung
Erneuerbare Energien
Stromerzeugung / Erzeugung
Engpassmanagement
F
Forecast
Fundamentaldaten
Feiertagseffekt
Flexibilität
G
Grenzüberschreitender Stromhandel
Großhandelsmarkt
Grenzkuppelstelle
I
Intraday-Markt
Import und Export
Installierte Leistung
K
Kapazitätsfaktor
Kraftwerksverfügbarkeit
L
Last
Lastprofil
Lastprognose
M
MAE – Mean Absolute Error
Marktkopplung
Merit Order
N
Negative Strompreise
Netzlast
Netzentgelt
P
Photovoltaik
Prognose
Prognosehorizont
Preiszone
R
Residuallast
RMSE – Root Mean Squared Error
Redispatch
Regelenergie
Regelzone
S
Spotmarkt
Strommix
Strompreis
Stromverbrauch
Solarenergie
Stromspeicher
U
Übertragungsnetz
V
Volatilität
Verbrauchsprognose
W
Wetterprognose
Windenergie
Z
Zeitreihe